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AGB gelesen – dabei geblieben

XING-AGB-Lesestoff

Wichtiger Lesestoff … Geschäftsbedingungen

Aus eigener Erfahrung kenne ich das Problem: Mit jeder Mitgliedschaft im Social Web wächst die Fülle der zu lesenden AGBs. Meistens klickt man diese weg oder setzt den digitalen Haken in der aufgezwungenen Pflichtabfrage. Bei der beruflichen Nutzung von Social Media Plattformen empfiehlt es sich aber manchmal genauer hinzuschauen und auch nach bestimmten Sachen gezielt zu suchen. In meinem Blogpost konzentriere ich mich natürlich auf XING und ein paar konkrete Beispiele.

Wahrheitsgehalt des Profils

Falsche Angaben sollten man vermeiden und auch beim Schönfärben sparsam sein. Einerseits verstösst es gegen die ABGs und andererseits ist es schädlich für die eigene Reputation. Lügen haben kurze Beine und kommen im Social Web früher oder später ans Licht. Was nützt es beispielsweise ein Jobangebot aufgrund falscher Qualifikationen zu erhalten? Spätestens beim Vorstellungsgespräch kommt die Lüge raus, wenn entsprechende Zertifikate fehlen oder man bei Fragen nicht weiter weiß.

Satz 2.3.  Der Nutzer sichert zu, dass alle von ihm angegebenen Daten wahr und vollständig sind (…)

Fake-Profil und Fremdnutzung

Die Versuchung mag für manche groß sein, die Arbeit mit dem eigenen XING-Profil zu delegieren oder gar mehrere davon anzulegen. Dies sollte man aber sein lassen, da es einerseits nicht erlaubt ist und sich andererseits der Nutzen in Grenzen hält. Im echten Leben will ich auch nicht mit Ersatz vorlieb nehmen müssen, wenn man eine bestimmte Person sprechen will. Offline und online sollte man gerade im Geschäftsleben immer nur als eine Person auftreten.

Satz 2.8. Jeder Nutzer darf nur ein Nutzerprofil anlegen. Der Nutzer darf Dritten nicht gestatten, das eigene Nutzerprofil zu nutzen (…)

Echter Name

Besonders für den geschäftlichen Kontakt sind der eigene Name und der des Geschäftspartners wichtig. Deshalb gibt es diese Pflicht auf XING und das ist auch gut so. Für Anonymität oder spaßige Namen gibt es viele andere soziale Netzwerke. Die Nutzung des echten Namens hat allerdings auch Effekte in Bezug auf die Aktivität des Netzwerkes. Es wird verhindert, dass die Mitglieder zu viel Unfug posten oder gar zum Troll in einer Gruppe werden. Da man hier mit dem eigenen Namen und Foto neben dem Gruppenbeitrag aufgeführt ist, sind viele XING-Mitglieder eher schüchtern und inaktiv. Die SPAM-Schreiber mit niedriger Schamgrenze gibt es aber trotzdem und umso unangenehmer fallen diese auf.

Satz 4.1a. (…) ausschließlich wahre und nicht irreführende Angaben zu machen sowie seinen Klarnamen und keine Pseudonyme oder Künstlernamen zu verwenden (…)

Echtes Foto

Wer professionelle Kontakte schließen und behalten will, sollte auch optisch erkennbar sein. Das Verknüpfen von Offline-Welt und Online-Netzwerk fällt einfach leichter, wenn man sich vom anderen ein Bild machen und ansehen kann. Für das Profilfoto gelten grob gesprochen die meisten Regeln, die auch für professionelle Bewerbungsfotos gelten. Von Urlaubsschnappschüssen ist beispielsweise abzuraten, es sei denn man arbeitet in der Reisebranche. Entscheidend sind hierbei aber auch dann auch das passende Format, die Datei- und der Bildausschnitt. Weitere Tipps zu Fotos findet man in meinen anderen Blog-Beiträgen.

Satz 4.1.b. (…) als Profilbild im Nutzerprofil im Rahmen des sozialen Netzwerks nur ein solches Foto zu verwenden, auf dem der Nutzer klar und deutlich erkennbar ist (…) Die Nutzung von Fotos oder Abbildungen anderer oder nicht existierender Personen oder anderer Wesen (Tiere, Fantasiewesen etc.) oder von Logos als Profilbild ist nicht gestattet.

Netzwerken und nicht Verkaufen

Wer glaubt auf XING mit unpersönlichen Nachrichten, sinnlosem Kontaktesammeln und nervigen SPAM-Beiträgen massenhafte Verkäufe zu erzielen, der glaubt auch an den Weihnachtsmann. Netzwerken lebt vom Geben und Nehmen und aggressive und plumpe Werbemassnahmen sollte man hierbei vermeiden. Außerdem sind diese Methoden gemäß den XING AGB auch meistens unzulässig und Verstösse dagegen können von den Mitgliedern direkt bei XING gemeldet werden.

Satz 4.1.c. Durchführung, Bewerbung und Förderung von Strukturvertriebsmaßnahmen (wie Multi-Level-Marketing oder Multi-Level-Network-Marketing)

Inoffiziellen Werkzeuge und Automatisierungen

Der Aufbau des eigenen Profils und des Netzwerkes auf XING kosten Mühe. Wer seine Daten und Kontakte dort regelmäßig pflegt, weiß dass man dafür auch etwas Zeit investieren und das irgendwie in den (Arbeits)alltag integrieren muss. Hier kommen die Verlockungen von Automatisierungen und Werkzeugen ins Spiel. Auf dem Markt gibt es beispielsweise Anbieter von Software, die versprechen automatisch und mühelos neue Kontakte generieren zu können. Ein Beispiel dafür ist der Xibutler, welcher mit folgendem Slogan beworben wird:  ”Er arbeitet ermüdungsfrei im Hintergrund … generiert permanent Kontakte und Kunden…damit Sie mehr Umsatz machen!”. Was so schön klingt, hat aber auch Haken:

Erstens ist der Einsatz der Software gemäß den allgemeinen Geschäftsbedingungen von XING verboten. Wer die Software dennoch benutzt, der läuft Gefahr von XING der Plattform ausgeschlossen zu werden. Dies ist dem Vertreiber der Software schon selbst passiert und er ist damit das beste Abschreckungsbeispiel.

Zweitens sollte man auch den Effekt der Automatisierung bei den Kontaktgewinnung bedenken. Auch wenn es vielleicht zu einem quantitativen Zuwachs kommt, ist die Qualität der so generierten Kontakte immer in Fragen zu stellen. Meiner Ansicht nach, schaffen nur persönliches Kennenlernen und individueller Kontakt vertrauensvolle und nachhaltige Beziehungen. Professionelles Netzwerken kostet immer Zeit und Mühe. Werkzeuge und Tricks die hier Erleichterungen versprechen, sollte man immer sorgfältig prüfen und im Zweifelsfall lieber die Finger davon lassen.

Satz 4.2.a. Verwendung von Mechanismen, Software oder Scripts in Verbindung mit der Nutzung der XING-Websites. Die direkte oder indirekte Bewerbung oder Verbreitung solcher Mechanismen, Software oder Scripts ist ebenfalls untersagt.

FAZIT: Die AGBs muss man nicht auswendig können, sollte aber im Zweifelsfall durchaus mal ein paar Dinge nachlesen. Beim einer normalen beruflichen Nutzung wird man nicht gegen Regeln verstossen, da im beruflichen Austausch und Netzwerken der eigentliche Sinn und Zweck von XING begründet ist. Wer allerdings mehr will und beispielsweise Vertrieb oder Personalgewinnung auf der Plattform betreiben will, sollte die dafür geltenden Spielräume von XING genau kennen. Nichts wäre unglücklicher, als nach einigen Regelverstössen von der Plattform verbannt zu werden und damit auch seine virtuellen Kontakte zu verlieren. Ohne Datensicherung auf dem eigenen Rechner könnte das fatale Auswirkungen im Beruf haben.

Die vollständigen AGBs von XING findet man übrigens hier: https://www.xing.com/terms

 

 

 

 

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