Der Schatz der Kontaktsammler?

Viele XING-Mitglieder haben bisher versucht durch ein besonders großes Netzwerk, auch ein möglichst großes Publikum für eigene Angebote und Verlautbarungen zu bekommen. Wurde beispielsweise eine Einladung zu einem Webinar an 10.000 XING-Kontakte versendet, blieben vielleicht 1 % und somit immerhin 100 Personen als interessierte Teilnehmer hängen. Das Motto war hier stets: Viel hilft viel! Es ging diesen Personen selten um die Qualität der Kontakte und gegenseitiges Netzwerken, sondern möglichst viele Kunden für eigene Angebote. Lästig war dieses Vorgehen vor allem für seriöse Netzwerker und normale XING-Nutzer. Bei einem Netzwerk sollte es immer zuerst um Klasse und dann um Masse gehen!

Vorgehen der Kontaktsammler

Um die Kontaktsammler-Taktik erfolgreich durchzuführen, war es notwendig viele XING-Kontakte in möglichst kurzer Zeit zu sammeln. Zum Teil halfen hier illegale Tools wie der Xibutler weiter, von denen man aber unbedingt die Finger lassen sollte. Die Kontaktsammler haben beispielsweise Gruppen durchforstet und Kontaktanfragen mit oft sinnfreien Standardtexten an unbekannte Mitglieder gestellt, z.B. “Ich habe gesehen, dass wir beide Mitglied in der XING-Gruppe Köln sind. Wollen wir uns nicht gemäß dem Gruppenmotto auch direkt vernetzen?”. Haben die Angefragten zugesagt, war der nächste Kontakt gesammelt und konnte umworben werden. Haben diese abgesagt oder nicht innerhalb kurzer Zeit reagiert, wurde die Anfrage einfach zurückgenommen und einer anderen Person gestellt. Das Zurücknehmen war dabei notwendig, da es von XING eine feste Obergrenze für offene Kontaktanfragen gab. Auf diese Weise konnte man mit viel Fleiß und einigen wenigen Standardphrasen in einer überschaubaren Zeit ein volles XING-Adressbuch bekommen. Besonders beliebt bei Kontaktsammlern waren Anfragen an neue XING-Mitglieder, da diese Kontaktanfragen gegenüber grundsätzlich aufgeschlossener sind und sich über jeden neuen Kontakt freuen. Mit Hilfe der XING-Powersuche ist es möglich diese Mitglieder mit der Rubrik “Neue Mitglieder” zu suchen und als leichte “Opfer” zu identifizieren. Dies ist meiner Meinung nach ein schändliches Vorgehen gegenüber den XING-Einsteigern.

XING reagiert gegen Kontaktsammler

Seit letzter Woche blockiert XING das massenhafte Sammeln von Kontakten durch eine kleine technische Änderung. Das direkte Löschen von offenen Kontaktanfragen ist nicht mehr möglich, sondern erst nach nach sieben Tagen kann man diese zurücknehmen. Dadurch dauert es in Zukunft viel länger eine große Anzahl an Kontaktanfrage zu platzieren. Auf jeden Fall wird es dadurch Neueinsteigern schwerer gemacht den falschen Pfad der Kontaktsammler einzuschlagen. Irgendwann werden hoffentlich auch die letzten dieser Gattung merken, dass ihre Taktik Ihnen höchsten kurzfristig nutzt und auf lange Sicht vor allem der Plattform XING und allen Nutzern schadet.

Wie verwalte ich meine Kontakte

XING-Adressbuch

Zur Verwaltung der eigenen Kontakte im XING-Adressbuch sollte man mit System Kategorien und Notizen nutzen. Empfehlenswert ist auch die Exportfunktion der XING-Kontakte auf die eigene Festplatte.

1. Kategorien: Die Kategorien dienen der Übersichtlichkeit im eigenen XING-Adressbuch. Mit einem entsprechenden System ist es möglich auch bei einem großen Netzwerk den Überblick zu behalten und für Aktionen gezielt Personengruppen anzusprechen. Je nach eigener Nutzung macht es Sinn die Personen nach Anlass des Kennenlernens, Wohnort, Beruf oder Interesse zu kategorisieren. Dieses Markieren geschieht in der Regel durch Stichworte die man selbst festlegen kann, z.B. “Firma XY”, “Interessent Ware XY”, “Veranstaltung XY”. Bei jeder Kontaktannahme ( – Klick auf das Pluszeichen im Fenster -) oder Kontaktanfrage ist es möglich die Kategorien direkt zu vergeben. Jederzeit kann man aber auch im Adressbuch neue Kategorien setzen und alte löschen. Alle bereits vergebenen Kategorien erscheinen im XING-Adressbuch am rechten Rand und durch Klicken werden die markierten Kontakte angezeigt. Je größer das Kategoriewort in der Anzeige ist, desto mehr Kontakte sind damit markiert.

Die Kategorien sind immer nur für einen selbst sichtbar.

2. Notizen: Die Notizen helfen ebenfalls bei der Orientierung und bieten die Möglichkeit einzelnen Profilen wichtige Informationen hinzuzufügen. Immer mit einem Datum versehen, kann man so z.B. “Angerufen wegen Auftrag” vermerken. Dies hilft eventuell später bei der professionellen Ansprache des Kontaktes bzw. verhindert peinliche Nachfragen.

Die Notizen sind nur für einen selbst sichtbar.

3. Exportfunktion: Es ist möglich XING-Kontakte zu exportieren und eine Sicherheitskopie auf dem eigenen Rechner abzulegen. Jeder Kontakt kann einzeln als vCard exportiert werden durch den entsprechenden Menüpunkt im Profil. Im Adressbuch gibt es dazu ergänzend eine Funktion zum Export aller XING-Kontakte.

Eine offline-Sicherheitskopie als vCard-Format kann bestimmt nicht schaden!